Rembrandt, Vom Dunkel zum Licht
21. März bis 14. Juni 2026
Seltene Radierungen von Rembrandt erblicken nach hundert Jahren Dunkelheit zum ersten Mal das Licht. Ein Jahrhundert lang blieben die Radierungen sicher verwahrt und gerieten in Vergessenheit. Bis die Inhaberin und Sammlerin der Radierungen, Charlotte Meyer, die außergewöhnliche Kunstsammlung ihres Großvaters erbte und die Radierungen in einem Tresor entdeckte. Die Radierungen sind nun erstmals in den Niederlanden zu sehen! Meyer wählte dafür das Stedelijk Museum Zutphen als erstes Museum in den Niederlanden aus.
Meyer widmet sich der Sammlung mit großer Hingabe und sorgt dafür, dass sie weiterwächst. Dank ihrer Sammelleidenschaft konnte die Sammlung auf mittlerweile rund siebzig Radierungen von Rembrandt erweitert werden. Darüber hinaus sammelt Meyer Werke von Inspirationsquellen, Zeitgenossen und Nachfolgern Rembrandts. Auch sie sind in der Ausstellung zu sehen: so wird der Meister in seine Epoche eingeordnet und sein Werk erhält zusätzlichen Glanz. Ausgewählte Radierungen aus den Sammlungen des Stedelijk Museum Zutphen und des Museum Henriette Polak vervollständigen die Ausstellung.
Meister der Radierung
Rembrandt war ein bewegender Geschichtenerzähler, ein mutiger Neuerer und der Schöpfer eines unvergleichlichen Werks. Ein begabter Künstler, dessen Arbeit das Publikum seit über vierhundert Jahren fasziniert und inspiriert. Seine Radierungen waren bereits zu seinen Lebzeiten sehr begehrt. Er beschäftigte sich intensiv mit dem noch relativ jungen Medium und hielt alltägliche und dramatische Geschichten, Porträts und Landschaften in einem lebendigen Linienspiel fest. Er beherrschte die Technik wie kein anderer. Für sein spannendes Spiel von Licht und Dunkel (Chiaroscuro) nutzte Rembrandt die technischen Möglichkeiten der Radierung bis zum Äußersten aus.
Auch sein eigenes Leben war bewegend und von extremen Höhen und Tiefen geprägt. Großen Erfolgen und Wohlstand folgte der wirtschaftliche Niedergang. Schon in jungen Jahren musste er den Verlust von drei seiner Kinder und seiner Frau Saskia verkraften.
Sein reiches künstlerisches Leben fand ein bitteres Ende und Rembrandt wurde anonym begraben.
Mensch und Influencer
Sein Einfluss war enorm und brachte eine Veränderung im allgemeinen Kunstgeschmack mit sich: Anstatt idealisierter Darstellungen aus der Vergangenheit stand nun das ungeschönte reale Bild der Welt mit all ihrer Gewalt, ihrer Lust, ihrer Armut und dem Glauben im Mittelpunkt.
Im Einklang mit der Darstellung der rohen Wirklichkeit bieten wir in dieser Ausstellung auch Rembrandts anderer Seite Raum: Seine ungeschliffene Seite. Nicht nur das unnahbare Genie, sondern auch der Mensch Rembrandt mit all seinen Eigenheiten.
Die Ausstellung beleuchtet wichtige Momente aus Rembrandts Leben: seine Jugend, seine Blütezeit, seine Trauer und seine Armut. Mit interaktiven Elementen können Sie selbst erfahren, wie die Radiertechnik funktioniert. Lassen Sie sich mit Düften und Bildern in das Amsterdam des siebzehnten Jahrhunderts entführen und erleben Sie Rembrandts Welt – aus nächster Nähe und mit all Ihren Sinnen.
Kooperationsprojekte
Die Bibliothek und das Stedelijk Museum Zutphen arbeiten zusammen am interkulturellen Erzählprojekt „Eine Geschichte erleuchtet“. Einwohnerinnen und Einwohner von Zutphen aus aller Welt haben ihre Lebensgeschichte unter Anleitung der Initiatorinnen und Schreiblehrerinnen Dorine Berkhout und Lieke Deelstra aufgeschrieben. Die Geschichten wurden zu einem Heft gebündelt. und sind ab 26. März in der Bibliothek zu sehen und zu hören. Die Radierungen von Rembrandt dienten als Inspiration.
Aventus Zutphen und das Stedelijk Museum Zutphen setzen die Zusammenarbeit fort. Studierende der Studiengänge Fashion Design und Fashion Tailor verarbeiten Elemente der Radierungen von Rembrandt in ihren Modeentwürfen. S


